Archiv: Ewig unverbesserlich - Am falschen Ende gespart

August 2018

In diesem Artikel reden wir ausnahmsweise einmal nicht von unseren Kunden, sondern von denen, die es vielleicht werden wollen, also unseren Interessenten. Beide wollen überzeugt werden.
Was unsere Berater da erleben, reicht für ganze Schubladen aus dem Reich der Basispsychologie!
Greifen wir heute also einmal in die Schublade mit der Überschrift: "Am falschen Ende gespart". Wäre es nicht so traurig, taugte so manche Geschichte zu einem unterhaltsamen Bühnenstück.

Hierzu ein willkürlich gewähltes Beispiel:
Ein Interessent meldet sich mit deutlicher nervlicher Anspannung. Unser zugeteilter Berater nennt ihn intern spontan "Herr Buchhalter". Das hat einerseits Datenschutzgründe, andererseits hat er ihn wohl irgendwie sofort an einen Buchhalter mit all den damit verbundenen Eigenschaften erinnert.
Es ist kurz vor Heiligabend. MSI-Berater sind zwar nicht rund um die Uhr verfügbar (s. hierzu unseren Archivbeitrag), bemühen sich aber um kurze Antwortzeiten und bedienen Anfragen auch schon 'mal am Wochenende oder an Feiertagen. Manchmal brennt eben nicht nur der Weihnachtsbaum, sondern gleich die ganze Hütte. In solchen Situation haben MSI-Berater etwas mit Feuerwehrmännern gemeinsam.

In einem über einstündigen ersten Kontakttelefonat kommt heraus: Herr Buchhalter hat während einer langen Ehezeit vier Kinder produziert, mit einer Affäre ein weiteres Kind gezeugt und ist jetzt mit einer neuen Freundin zusammen, die ein weiteres Kind in die schräge Flickwerk-Landschaft einbringt. Spätestens jetzt weiß man, warum alle so gerne von "Patchwork-Familie" reden. Es klingt für die Mehrheit der deutschen Sprachlegastheniker halt einfach besser als die Realität, für die die deutsche Sprache das wunderbar gnadenlose Wort "Flickwerk" kennt. In sechsjährigem Scheidungskrieg hat Hr. Buchhalter, der beruflich prima mit Zahlen umgehen kann, es geschafft, sein ganzes Vermögen (wir reden von einem größeren Barvermögen und zwei Immobilien) auf den Putz zu hauen. Auf den Cent genau rechnet er vor, was er alles völlig überraschend an Unterhalt, Anwalts- und Gerichtskosten abdrücken muß. Weil er das mit dem Bezahlen so gut beherrscht, hat er in seinem abschließenden Scheidungstermin, der kurz vor seinem Kontakt zu MSI stattfand, eine Nachzahlung von Trennungsunterhalt in mittlerer fünfstelliger Höhe aufgebrummt bekommen, die er innerhalb weniger Monate bezahlen solle.

Unsere Berater sind im Rechnen vlt. nicht ganz so schnell und genau wie ein Buchhalter, aber irgendwie roch das Ganze sehr nach einer anstehenden Privatinsolvenz aufgrund vorangegangener, nennen wir es schonend "leicht ungeschickter Familien-, Finanz- und Scheidungsplanung". Gut, vielleicht hat unser Buchhalter MSI bei seiner umfangreichen Internetrecherche früher partout nicht gefunden. Die wahrscheinlichere Erklärung lautet: Buchhalter sind Helden, die so eine Lappalienaufgabe wie eine komplexe Trennung und Scheidung natürlich spielend selbst erledigen können.
Selbst intellektuell mäßig Bemittelte finden per Suchmaschine über Stichworte wie "Stress Beziehung Tipps für Männer", "Stress mit Frau Hilfe für Männer" u.ä. zu brauchbaren Hilfsangeboten - das muß nicht 'mal immer MSI sein.
Unsere Berater werfen die Flinte auch bei sehr spät kommenden Interessenten so schnell nicht ins Korn.
Andererseits wäre es schon ziemlich verrückt zu glauben, ein seriöser Dienstleister würde aus Mitleid kostenlos oder für einen Lutscher jede Menge Arbeit verrichten, nur weil der Interessent dummerweise vorher schon ein siebenstelliges Vermögen verballert hat.
So schätzt nun also unser Berater den Aufwand ganz grob ein, benennt eine erste Honorar-Größeneinschätzung unter Berücksichtigung aller Möglichkeiten der prekären Finanzlage des potenziellen Kunden. Um ein konkretes Angebot abgeben zu können, geht dem Interessenten ein Fragebogen für eine genauere Lageeinschätzung zu. Hr. Buchhalter füllt diesen nie aus, er läßt einfach nichts mehr von sich hören.
Da MSI keine Staubsauger an der Haustür im Druckverkauf verkloppt, fasst unser Berater erst einige Wochen später wieder nach, um sich nach dem Stand zu erkundigen.

Da jammert Hr. Buchhalter nun ab, daß er zwischenzeitlich eine Privatinsolvenz nur abwenden konnte, indem er sich bei seiner Familie einen fünfstelligen Betrag gepumpt hat. Für über ein Jahrzehnt (bis zu seiner Rente) sei per neuerlichem Gerichtsentscheid nachehelicher Unterhalt in monatlich vierstelliger Höhe festgelegt worden. MSI sei eine Abzockerbude, die nur seine finanzielle Notlage ausnutzen wolle. Außerdem habe MSI keine Rechtsanwälte, die ihn vor Gericht vertreten könnten.
Wir sind Männer und schätzen ehrliche Rückmeldungen. Dazu gehört auch Kritik - sofern sie sich auf Tatsachen stützt. Die sind nun in diesem Fall leider nicht im Ansatz erkennbar:
Hr. Buchhalter nennt ein Honorar, das fast doppelt so hoch ist wie die im Gespräch tatsächlich abgegebene Größenordnung (die ja noch nicht einmal ein Angebot war, weil der Interessent bis heute seinen Fragebogen nicht zurückgeschickt hat).
Auch waren es offensichtlich genau die bei MSI vermissten Rechtsanwälte, die nicht verhindert haben, daß Herrn Buchhalter die Kinder genommen wurden, sein Vermögen sich in Luft aufgelöst hat, er für Jahre Trennungsunterhalt nachzahlen mußte und bis zur Rente sich dumm und dämlich zahlt mit dem Überweisungs-Verwendungszweck "nachehelicher Unterhalt" - womit wir beim Stichwort des Monats angelangt sind: "dumm und dämlich".

Es gibt Männer, die lassen in ihrem Leben offenbar unverbesserlich keinen einzigen Fehler aus. Gespart wird, koste es, was es wolle. Ganz wichtig ist nur, daß am falschen Ende gespart wird. Auf der anderen Seite interessiert es nicht, wieviel zehntausende oder gar hunderttausende Euro man sparen könnte, solange man centgenau weiß, wieviel man zahlen soll und das mit einem schönen Stempel vom Familiengericht abgesegnet ist.
Das Nervenkostüm von MSI-Beratern muß schon aus ganz besonderem Stoff sein, um solche Fälle nicht in die Tonne der Hoffnungslosigkeit zu hauen.
Unsere Türen sind offen, selbst wenn keiner sonst mehr Hoffnung sieht - und so haben wir auch Herrn Buchhalter die Tür nicht vor der Nase zugeschlagen. Wir sind ehrlich gespannt, ob er jemals unser Kunde wird.

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