Hier nehmen wir Stellung zu aktuellen Themen, die auf irgendeine Art und Weise unser Beratungsgebiet "Hilfe für Männer und ihre Probleme mit Beziehung, Partnerschaft, Trennung und Scheidung" berühren.
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Oktober 2026 Der Irrweg "Allheilmittel Künstliche Intelligenz"
Die sog. "Künstliche Intelligenz" wird gerne überall als Allheilmittel benutzt. In besonderem Maße trifft dies in den Fällen zu, wo es mit der eigenen Intelligenz nicht so weit her ist. Wie wir bereits in unserem Artikel vom August 2025 dargelegt haben, bietet sich das Werkzeug somit auch im Bereich "Trennung und Scheidung" an. Das Vertrauen in die scheinbar schlauen Antworten, die das Internet zu jedem noch so schrägen Thema ausgibt, ist grenzenlos. Wenig überraschend haben schon vor Jahren renommierte Intelligenzforscher in groß angelegten Studien mit vielen Probanden nachgewiesen, daß die natürliche Intelligenz umso deutlicher nachläßt, je größer das blinde Vertrauen in die künstliche Intelligenz ist. Der unreflektierte Einsatz der KI hätte somit genau zum Gegenteil der ursprünglichen Absicht geführt! Die KI ist zwar einerseits bequem, nimmt uns aber andererseits den Anreiz zum eigenständigen Nachdenken. Einer solchen Versuchung kann man nur schwer widerstehen.
Die Verlockung, (gefühlt) kostenlose Hilfe im Rahmen der eigenen Trennung oder Scheidung zu erhalten, ist geradezu unwiderstehlich. Wir sagen das nicht, weil wir als maennerscheidung.info darin eine große Bedrohung unseres Geschäftsmodells sehen würden. Ganz im Gegenteil: Wir stellen immer wieder fest, daß Männer in Kontakt zu uns treten, die bereits vorher selbst allerhand Experimente in ihrem persönlichen Trennungsfall angestellt und dabei krachend auf dem Boden der Realität aufgeschlagen sind. Das ist nichts wirklich Neues. Früher hatte man sich über allerhand Foren aufgeschlaut (auf die übrigens MSI selbst teilweise verweist). Nach unzähligen Stunden der Recherche ist man damit meistens nervlich überfordert gescheitert, weil fast jeder vor dem (eingeschränkten) Hintergrund seiner eigenen persönlichen Erfahrungen unterschiedliche, zuweilen sogar gegensätzliche Ratschläge erteilt.
Heute entfällt die mühselige Recherche, denn KI soll ja schließlich alles deutlich einfacher und schneller machen. Letzteres trifft durchaus zu: Alles geht einfacher und schneller, ABER im Umfeld von Trennung/Scheidung bleibt das Ergebnis fast genauso stümperhaft wie zuvor.
Woran liegt das?
Einfach und schnell ist eben nicht automatisch gleichbedeutend mit GUT!
Genau wie früher bei den zahlreichen Internetforenbeiträgen, liegt die Kunst darin, zwischen dem Wichtigen und dem Unwichtigen zu unterscheiden. Eine schnell hingeworfene Allgemein-Antwort mag zufällig für die eigene Konstellation passen. Wie hoch aber ist die Wahrscheinlichkeit, daß sie im persönlichen Kontext eines anderen Mannes passt? Eine solche Antwort ersetzt niemals das intensive Gespräch, bei dem ein guter Berater eben auch immer wieder unangenehme Rückfragen stellt und ggfs. flexibel die bisherige Handlungsstrategie anpasst. Wer sich unreflektiert auf die KI verläßt, legt das eigene Denken ins Regal und kann sich später darüber wundern, weshalb das wahre Leben ganz anders verläuft, als die KI das vorhergesagt hat. Bei einer Maschine ist es müßig, sich im nachhinein zu beklagen. Die KI übernimmt keine Verantwortung für das Scheitern im eigenen Scheidungsfall. Da helfen dann auch die schönen KI Standardantworten á la "Entschuldigung, ich muß nochmal nachdenken" oder "formuliere Dein Problem noch einmal neu" nichts. Der Schaden ist längst angerichtet.
Der gewöhnliche Rechtsanwalt/Scheidungsanwalt ist in diesem Zusammenhang übrigens genauso schlecht wie die KI - nur teurer, wie viele Betroffene erst nach längerer Zeit verbittert feststellen müssen. Das liegt alleine schon am zeitlich häufig sehr beschränkten Rahmen.
Diese Erkenntnis ist durchaus vergleichbar mit dem Einsatz der KI im Straßenverkehr: Wir nutzen alle ein Navi-Gerät, um von A nach B zu kommen. Das funktioniert in der Regel so reibungslos, daß viele nur noch mit größten Schwierigkeiten eine Straßenkarte handhaben können oder überhaupt ihr Ziel finden, wenn Navi oder Daddelfon einmal ausfallen.
Der letzte Schritt von der Routenfindung zum autonomen Fahren ist hingegen nach wie vor und trotz aller gelegentlichen Sensationsmeldungen ein frommer Wunsch. Wir tun uns jedenfalls schwer mit der Vorstellung, daß wir sicher auf der Rückbank schlafen können, während das vollautonome Fahrzeug mit 200 km/h über die Autobahn brettert oder im Großstadtverkehr mit Radfahrern, Fußgängern und einer Vielzahl von Störobjekten zurecht kommt. Wenn ein Fußgänger unter dem Auto liegt, wäre der Spruch "Entschuldigung, ich muß nochmal nachdenken" nichts als blanker Hohn.
Keiner außer einem Lebensmüden würde so etwas im Straßenverkehr machen.
Warum sollten wir also in Fragen von Trennung und Scheidung unser Vermögen und unsere seelische Gesundheit im Blindflug einer (von unbekannten Interessen getriebenen) KI überlassen?
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